Geschichte der Kirchweih in Schönberg

Die Kirchweih in Schönberg ist das älteste und traditionreichste Fest des Ortes. Der Ursprung liegt in der Weihe der örtlichen Kirche begründet, wobei als Termin gewöhnlich der Gedenktag des Heiligen bestimmt ist, dem die Kirche geweiht ist. Die weltliche Feier der Kirchweih war mit Musik, Tanz und dem Besuch der Gaststätten verbunden. Oftmals wurde sie getrennt vom kirchlichen Fest an einem anderen Tag (z.B. Kirchweihmontag) begangen. In zentralen Orten, auch in Schönberg wurde dazu ein Markt abgehalten. Eine Besonderheit des Ortes war die Abhaltung von 3 Kirchweihmärkten im Jahr:

  • um Walburgis (1. Mai)
  • um Jakobi (Patron der Schönberger Kirche – 25. Juli)
  • um Simon und Juda (28. Oktober)

Das übermäßige Zechen in den Schenken verursachte oftmals Raufereien oder „gotteslästerliche Reden”. Um den vorzubeugen, rief der Ortsherr für die Dauer der Kirchweih ein „Friedgebot” aus, dessen Zuwiderhandlung streng bestraft wurde. Das Friedgebot in Schönberg stand dem Markgrafen zu, vertreten durch den Vogt im Schloss. Symbol des Kirchweihfriedens war das Rechtszeichen des Kirchweihbaumes. Wie an anderen Orten auch, entwickelte sich in Schönberg, vor allem seit dem frühen 19. Jahrhundert ein vielgestaltiges Kirchweihbrauchtum, das sich teilweise an den früheren Rechtordnungen orientierte (z.B. Aufstellen des Kirchweihbaumes).

In Schönberg wurde schon von jeher, mit zwischenzeitlichen Unterbrechungen, der Kirwabaum ausgetanzt. Seit 1975 ist nun die Tradition ungebrochen und so wurde seitdem jedes Jahr ein Baum ausgetanzt.

Die Kirchweihtradition beschränkt sich aber nicht nur auf das „Austanzen des Kirwabaums“. Die Kirchweihwoche beginnt bereits am Sonntag vor der Kirchweih mit dem sogenannten „Einsingen“. Hier werden alle Kirchweihlieder in fröhlicher Runde wieder aufgefrischt und die neuen Kiwaboum mit den Liedern vertraut gemacht. Getroffen wird sich jeden Tag in einem anderen Wirtshaus.

Mir san die lust’gen Schemjer Boum
Mir hom an groussen Kirchersturm
Mir hom die Moußgreich sakrisch gern
Ja kennst den dau net narrisch wem

Einer der Höhepunkte ist am Donnerstag die Vogelsuppe. Wer nicht weiß, um was es sich hier handelt, soll es sich von den Spezialisten erklären lassen. Ab hier beginnt die Kirchweih erst richtig. Mit Musik und viel Stimmung bereiten sich die Kirwaboum auf ein langes und anstrengendes Wochenende vor. Am Freitag werden die Kränze gebunden, die tags drauf den Kirwabaum schmücken werden. Die „Schwalben“ werden kontrolliert und die Achsen für das Befördern des Baumes werden hergerichtet. Am Samstagvormittag wird der von der Gemeinde (Stadt Lauf) angewiesene Kirwabaum von den Kirwaboum gefällt und aus dem Wald getragen, bzw. gefahren. Am Nachmittag wird mit Musik der Kirwabaum eingeholt und unter Mithilfe der Bevölkerung mit vereinten Kräften aufgestellt. Das richtige Setzen der „Schwalben“ verhindert ein Abbrechen des Baumes. Dazwischen spielt die Musik auf.
Das Aufstellen des Kirwabaumes ist die letzte Kraftanstrengung vor dem Feiern.

Der Baum steht, jetzt geht es zum Bieranstich mit dem Bürgermeister ins Gasthaus Rotes Roß. Natürlich muss der Kirwabaum von Samstag auf Sonntag bewacht werden, damit er nicht abgesägt und gestohlen wird. Das ist Aufgabe aller Kirwaboum! Am Sonntag werden noch die letzten Arbeiten verrichtet. Die Kirwamadla schmücken den „Betzn“ und Binden den Buschn und die Boum stellen die Birken auf Gegen 18 Uhr rüsten sich dann alle zum Baumaustanzen. Im Hof vom Voin geht der Zug ab durch die Ortschaft zum Kirwaplatz. Angeführt wird der Zug vom „Betzn“, vom „Fässlasfahrer“ und von der Musik. Das Baumaustanzen geschieht in der Gestalt, dass abwechselnd um den Baum gesungen und getanzt wird. Dabei wird der „Buschn“ bei jeder Runde weitergegeben. Das Paar, das beim Klingeln des vorher gestellten Weckers den „Buschn“ führt, ist Gewinner des „Betzn“. Anschließend geht es zurück in den Saal zum Kirchweihtanz.

Der Montag beginnt mit dem Verkauf von Brötchen, bevor es mit dem Kirchweih-Frühschoppen weitergeht. Mit der Errichtung des Dorfbrunnen hat sich auch der Brauch des Kirwabades im Selbigen in den letzten Jahren begründet. Am Spät-Nachmittag wird der Kirchweihwagen durch die Ortschaft gefahren. Dahinter kommt der „Eilwagen“, ein auf und nieder eierndes Wagenrad auf Rädern. Abends trifft man sich nochmals zum Kirchweihausklang in irgendeinem Wirtshaus in lustiger Runde, soweit dies die Stimme noch erlaubt. Nach ein paar Wochen muss der Gewinner des „Betzn“ noch eine Einladung ausgeben, damit die Kirchweih in guter Erinnerung verbleibt.

Dieser Bericht entstammt der Chronik “950 Jahre Schönberg”.

Weiterführende Literatur:

Allgemeine Informationen rund ums Thema Kirchweih auf Wikipedia.

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